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Werry

Ein Leben rund die Magische Welt

aufgezeichnet von Wittus Witt mit einem Kapitel von Alexander Knorr

Wittus Witt


©Wittus Witt, 2001




Werry und der Faktor PSI

Alexander Knorr




Der "Mindbender"





 Am 17 Januar 1974 betritt ein Mann die deutsche Bühne der Geschehnisse, dessen Wirken WERRY noch lange beschäftigen sollte - Uri Geller verbeigt in WIM THOELKEs Unterhaltungssendung "Drei mal Neun" live Besteck, Wahrnehmung, Kognition und Erinnerung des deutschen Fernsehpublikums. Löffel und Gabeln verbiegen sich, nachdem GELLER diese nur leicht berührt hat, ja sogar in den Händen THOELKEs und anderer. Noch Während der Show rufen Hunderte beim Sender an, daß sich auch bei Ihnen zuhause das Besteck verbogen hat, Daß kaputte Uhren wieder laufen usw. - der GELLER-Effekt ist aufgetreten.
 Im Gegensatz zu allen vorher in der MW kurz angeschnittenen Themen über das Paranormale hat GELLER eine enorme Medienresonanz und erreicht mit seinen Darbeitungen eine bisher nicht erreichte Zahl von Menschen - mann kann ihn nicht einfach abtun wie HANUSSEN II., dem zwar das Gericht "mediale Fähigkeiten" bescheinigte, der aber den Printmedien nur eine kurz Notiz wert war. Und GELLERs Eindruck auf die Öffentlichkeit ist nachhaltig, ja hält bis zum heutigen Tage an, ganz im Gegensatz zu den Taten des schnell in Vergessenheit geratenen "Gedankenphotographen" TED SERIOS.
 WERRYs erste Reaktion auf URI GELLER und vor allem darauf, wie er in der Öffentlichkeit wahrgenommen wird, ist Empörung. Der Herausgeber der MW stempelt das ganze als "Die gigantischste Volksverdummung des Jahrhunderts" ab und erläutert, welche Möglichkeiten die Massenmedien der Täuschungskunst bieten: "Der fall Uri Geller macht deutlich wie leicht es ist mit Hilfe doe Kommunikations-Medien einer unkritischen Masse ein X für ein U vorzumachen." GELLER ist für ihn ein "Schwindler", der "Dummheit, Ignoranz und Wunderglaube" ausnutzt.
 Die Reaktionen auf WERRYs kurze Noitz in der MW sind unterschiedlich. Er erntet Zustimmung, aber auch viele gegenteilige Meinnungen: Mancher Zauberkünstler glaubt an die Fähigkeiten GELLERs oder zumindest an die prinzipielle Mögichkeit der Existenz von PSI, LUTZ MÜLLER mahnt in Leserbriefen, die Parapsychologie nicht vorschnell abzuurteilen, sie stehe sowohl in der Schußlinie der Okkultisten wie der Skeptiker; dabei wolle sie lediglich objektiv und offen sein.
 Nun beschäftig sich WERRY näher mit GELLER - und verändert seine Meinung. Er bekommt Respekt vor den Fähigkeiten GELLERs als Zauber/Täucschungskünstler und showman. 20 Jahre später bemerkt DARWIN ORTIZ zum Verhältnis zwischen Zauberküstlern und Exponenten des Paranormalen wie GELLER und KRESKIN: Zauberkünstler meckern mit Vorliebe darüber, was für schlechte showmen GELLER und KRESKIN sind. Damit meinen sie, daßbeide sich nicht in adgedroschenen Wortspielen ergehen oder beleidigende Witze reißen, daß sie weder die Weltgewandtheit noch die ölige Höflichkeit besitzen, die iher Vorstellung nach zu einem brillianten Künstler gehören. Tatsächlich sind diese beiden Männer Meister einer tiefergehenden Art von showmanship, deren Existenz die meisten ZauberkÜnstler nicht einmal erahnen." WERRY erfaßt diese Ebene des showmanship bereits 1974: "Bei meinen Nachforschungen und Untersuchungen ist mir klar geworden, daß Geller nicht der kleine Täuscher ist, für den ich ihn anfangs (nach seinem TV-Aufritt) hielt. Er arbeitet nicht nur mit herkömmlichen Triktechniken, sondern hat völlig neue Effekte und Methoden ersonnen, die auf einen wachen Verstand und eine große Begabung schließen lassen. Bei seinen Demonstrationen wechselt er ständig, die Methode. Daraus erklärt sich, daß es ihm immer wieder gelingt, Reporter, Wissenschaftler und sogar Magier zu düpieren.
 WERRY ist gleichermaßen empört wie fasziniert. Er ist faszinert von der eindrucksvoll demonstrierten Möglichkeit, daß mittels Täuschungskunst erzeugte Effekte sowohl vom großen Publikum als auch von Wissenschaftlern als paranormale Effekte, als "echt", wenn man so will, angesehen werden können. Fasziniert auch von GELLERs Stratagie, die Massenmedien zun verläangerten Arm der Täuschungskunst werden zu lassen - was HOUDINI immer gepredigt hat.
 Und er ist abgestoßen vom skrupellosen, häufig von niederen Motiven geleiteten Mißbrauch dieser Kunst. Diese Ambivalenz gegenüber PSI führt zu seinem Engagement, das auch scheinber gegensätzliche Früchte tragen sollte - zum einem die Aufklärung von Betrügerein, zum anderen die Entwicklung neuer Tricktechniken, mit welchen vermeintlich paranormale Effekte noch überzeugender dargeboten werden können.
 Er entwickelt den Plan, seine Erkenntnisse in einem Buch zusammenzufassen - im Januar 1974 hat Der Spiegel bereits die Ergebnisse seiner Untersuchung der von GELLER präsentierten Phänomene veröffentlicht. Der Spiegel wollte eine direkte Begegnung zwischen WERRY und GELLER, doch letzterer lehnte ab. Viel später antwortet GELLER in einem MW-Interview auf die Frage, warum er damals nicht vor WERRY vorführen wollte: "Ich erinnere mich nicht mehr an Werry. (es war damals viel los.) Ich denke aber, daß ich mich weder >>beweisen<< noch verteidigen muß, gegenüber niemandem. Ich will kontrovers sein und bleiben!" [sic!] Aber dennoch, oder gerade erst recht, stürzt sich WERRY mit Begeisterung in seine Arbeit, einer Mischung aus Analyse von GELLERs vorführungen und Medienpräsentation und WERRYs eigener Kreativität in der Entwickling von Tricktechniken zur Erzeugung scheinbar paranormaler Phänomene.
 WERRY bleibt am Ball und verfolgt mit Interesse die sich entwickelnde GELLER-story. In der MW hält er seine Leser darüber auf dem Laufenden - aber nicht über alles, was er herausfindet, und auch nicht über seine Recherchen und die Spuren, die er verfolgt: Auf eine Agenturmeldung vom Januar 1974 hin schreibt WERRY mehrmals nach London. In den britischen Zeitungen war die Geschichte aufgetaucht, GELLERs Biegetaten beruhten auf einer Chemikalie. Das ganz entpuppt sich als Ente, die durch Mißverständnisse erhärtet wurde. Dennoch findet sich in einer von WERRYs Trickbeschreibungen für "GELLER-Tricks" der Hinweis auf die Verwendung einer Chemikalie. Doch wo die Bezeichnung stehen sollte, stehen lediglich drei Punkte." Das Manuskript Veröffentlicht er nie.
 Im Juni 1974 erscheint in den USA der erste "Entlarver-Artikel" uber GELLER, in dem viele Tricktechniken "veratten" werden - Der Entlarver ist JAMES RANDI. Doch WERRY vermutet bereits, daß GELLER etwas schlauer war als RANDI und ihm eine Komödie vorgespielt hat, als RANDI entdeckt haben will, daß GELLER einen Sicherheitsschlüssel durch pressen auf die Tischplatte gebogen hat. (Änlich dem Aufsitzer beim Becherspiel, wenn der Zuschauer galubt, zu sehen, wie der Zauberkünstler einen Ball stiehlt oder lädt.)
 WERRY hat aus seiner Analyse der Presserberichte zu dieser Zeit bereits sechs verschiedene Techniken zum "psychokinetischen" Verbiegen von Schlüsseln entwickelt. Er hat GELLERs Techniken, bei denen eine sehr lange Vorführzeit notwendig ist - bis zu 20 Minuten, bis sich der Schüssel endlich biegt - mit misdirection verbessert, so daß eine für den Zauberkünstler akzeptable Vorführzeit möglich wird.
 Anfang 1974 hat er auch Korrespondenz mit JAMES RANDI aufgenommen. RANDI informiert ihn per Brief, daß der US-amerikanische Azrt ANDRIJA PUHARICH ein erstes Buch über GELLER verfaßt hat. Ab Ende Mai/Anfang Juni 1974 weilt RANDI in Europa und will WERRY in Düren besuchen, so daß beide über GELLERs Tricktechniken diskutieren können. 1975 bekommt RANDI von WERRY die erlaubnis, den Spiegel-Artikel in RANDIs geplantem Buch "The Magic of Uri Geller" abzudrucken, was aber nicht geschieht. Im weiteren läßt RANDI ohne Entschuldigung eine Verabredung platzen und meldet sich daraufhin auch nicht mehr. Von da an ist RANDI für WERRY "gestorben" - die beiden treffen sich nie. Zu dieser Zeit unterhält er auch zu anderen Skeptikern Korrespondenz, wie zum Mannheimer Staatsanwalt WOLF WIMMER, der sich in seinen Veröffentlichungen in krimilaistischen Journalen als Inquisitor wider den Okkultbetrug hervortut.

 ....1976 beginnt eine neue Phase von WERRYs Beschäftigung mit Psi. Zwei Jahre nachdem er Geller erstmals in der THOLKE-Show gesehen hat, verbiegt WERRY selber im Fernsehen Löffel. In der Sendung, "Das grenzt ja schon an Zauberei" über damals gegenwärtige Zauberkünstler und die Geschichte der Zauberkunst kommt gegen Ende die Sprache auf Zaubergerätehändler, und WERRY tritt auf - die Schlußnummer ist immer die stärkste.
 



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