Uri Geller - a bibliography

Aachener Zeitung - 16 January 1999

"Der Mann, den Uri Geller nicht verbiegen konnte"

Werner Geissler-Werry aus Düren: "Er ist ein Schwidler"



Vor 25 Jahren überführte Werner Geissler-Werry in einem Spiegel-Artikel den angeblichen Wundermann Geller des Schwindels. Inzwischen Träger des renommierten Dr. Hofzinser-Rings (den vor ihm berühmte Zauberer wie Punx und Kalanag trugen), erinnert er sich in einem Gespräch mit André Lucas:

  • Sie forderten Uri Geller seinerzeit auf, seine Demonstration vor ihrem fachmännischen Blick zu widerholen. Hatte Sie wirklich geglaubt, er würde darauf eingehen?
     Geissler-Werry: Ich wußte daß er nicht darauf eingehen hätte seine Karriere en schnelles Ende gefunden. Ich denke, das war ihm klar.
  • Hatten Sie es denn, bevor sie Uri Gellers Darbietung sahen, für möglich gehalten, daß er mittels übersinnlicher Kräfte Gabeln verbiegen und Uhren wieder heil machen könnte?
     Geissler-Werry: Nein. Was den schluß nahelegen könnte, ich sie nicht vorurteilsfrei. Das wäre aber falsch. Ich war und bin, wie die Amerikaner sagen, "open minded", das heißt, weitgehend frei von Vorurteilen. Aber ich halte erst dann etwas für möglich, wenn ich es selbst gesehen habe und keine Tricks erkenne.
  • Hatten Sie sich denn bis zu diesem Zeitpunkt bereits mit parapsychologie beschäftigt?
     Geissler-Werry:Zur zeit der geller Hysterieunternahm ich eine Psi-Reise. Prof. bender aus Freiburg und der Kernphysiker Dr. Betz aus München Garching haben mir die Möglichkeit geboten, einige Psi-Medien zu kontaktieren, also Personen, die angeblich übersinnliche Kontakte herstellen können. Aber da war nichts. Entweder waren die sogenannten Medien zu feige, in meinem Beisein etwas zu zeigen, oder es wurde ein billiger Trick präsentiert. Klartext: Aufgrund meiner eigenen Erfahrungen muß ich zu dem Urteil kommen, es gibt weder telepathische noch psychokinetische Phänomene. Was nicht heißt, daß man sie nicht durch Trick und Täuschung darstellen kann...
  • War Uri Geller also, aus der Sicht eines mit professioneller Zauberartistik befaßten Fachmanns, ein Scharlatan?
     Geissler-Werry: Ja, selbstverständlich. Obwohl ich hinzufügen muß daß zu Biginn auch etliche, teils namhafte Fachleute der Hokuspokus-Szene die Darbietungen Gellers für echte paranormale Phänomene hielten. Ich bin dirt mit meiner Haltung damals einige Male angeeckt.
  • Immerhin hatten sich nach Gellers Demonstration im ZDF bundesweit Zuschauer gemeldet, deren Tafelsilber verbogen und deren defekte Uhren plötzlich wieder tickten...
     Geissler-Werry:das ist richtig, aber erstens gibt es die sogenannten "stooges", also bezahlte, eingeweeihte Zuschauer, zweitens befinden sich in den meisten Besteckschubladen verbogene teile, ohne daß es bekannt ist, solange man nicht mit besonderer Aufmerksamkeit nachsieht. Und schließlich gibt es dann noch eine ganze Menge Sympathisanten für Wundermänner, sowie etliche Spinner und Wichtigtuer, die einfach mal gern im Fernsehen oder in der Presse erwähnt werden möchten.
  • Konnten Sie die beinahe hysterische Reaktion, die damals breite Bevölkerungskreise erfaßte und die man als "Geller-Effekt" bezeichnete verstehen
     Geissler-Werry: Diese fast hysterische Reaktion ist verständlich. Man muß einfach sehen, daß Geller mächtige Helfer hatte - eine gewisse Presse und auch das Fernsehen. Was soll den der "mündige Bürger" denken, wenn über das Fernsehen sogar vom Showmaster verkündet wird, wie im ZDF durch Wim Tholke geschehen, Uri habe zweifellos diese Kräfte und er habe "eben noch hinter der Bühne eine Kamera verbogen". Der fall Geller zeigt meiner Ansicht nach überdeutlich, daß man dem Volke alles, wirklich alles verklickern kann, wenn professionelle Volksverdummer am Werk sind. Ich habe damals den verantwortlichen Redakteur darauf hingewiesen , daä das Betrug sei. Seine Antwort: "Na und?"
  • In Ihrem "Spiegel"-Beitrag haben Sie gellers Vorführungen als Tricks entlarvt und im einzelnen analysiert. Gibt es denn in Iher Branche nicht den Ehrenkodex, daß Zaubertricks nicht verraten werden?
     Geissler-Werry:Es gibt in der Tat in unseren Bereichen einen solchen Ehrenkodex. Er is aber außer Kraft gesetzt, wenn unser Wissen für betrügerische Zwecke benutzt wird. Im übrigen habe ich in diesem Artikel nichts erklärt, was zur Zauberszene gehört. Die von Geller angewandte und von mir im "Spiegel" erläuterte "gezwungene Wahl", wobei er Zeugen unbemerkt beeinflußt, wurde in der Trickmacher_Szene zuvor nicht angewendet. Ansonsten bin ich ein fanatischer Gegner der neuen Mode, Trickgeheimnisse öffentlich zu erklären und dadurch aus einer wundervollen, geistreichen Unterhaltungskunst eine billige Volksbelustigung für jedermann zu machen.
  • Könnte man sagen, daß Geller - würde er nicht behaupten, übersinnliche Kräfte zu haben - ein guter Zauberkünstler wäre?
     Geissler-Werry: In unseren Kreisen wurde von verschiedenen Seiten behauptet, Geller sie ein lausiger Zauberer. Doch das stimmt nicht. Ich habe hier in meinem Hause eine Videoaufzeichnung, die das Gegenteil beweist. Er kann was. Er ist nur leider - ein Schwindler!


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